INTERVIEW



FRANK ROBBY WALLIS
Vortsand, Brandenburger Bank
Wie lange kennen Sie die Oskar Kinderland Unternehmensgruppe?

Wir kennen die Unternehmensgruppe bzw. die Inhaber bereits seit mehreren Jahren, denn sie sind Kunden unseres Hauses. Persönlich habe ich Frank und Ingo Westphal vor ca. 3 Jahren kennengelernt.

Wie würden Sie die Unternehmensgruppe einem Außenstehenden beschreiben?

In einem Satz: ein schnell wachsendes, rentables und sehr flexibles Unternehmen, nahezu weltweit auf den wichtigsten Märkten präsent und aufgrund ihres guten Geschäftssinns und ihrer ausgesprochen schnellen Anpassungsfähigkeit gut für Überraschungen im positiven Sinn. Als wir uns kennengelernt haben, hatten wir zunächst Schwierigkeiten, das eigentliche Geschäftsmodell zu begreifen. Das lag im Wesentlichen daran, dass der breit aufgestellte, nahezu grenzenlose Handel via Internet sich deutlich von den zumeist regional agierenden Firmenkunden unserer Bank grundlegend unterscheidet. Was ein Autohändler, eine Baufirma oder ein landwirtschaftlicher Großbetrieb macht, ist jedem schnell klar. Oskar Kinderland handelt mit den unterschiedlichsten Artikeln aus teilweise komplett verschiedenen Bereichen. Der Einkauf erfolgt weltweit, ein Teil des Angebots besteht aus Artikeln, die selbst gefertigt werden und der Vertrieb erfolgt europaweit, und zwar vorwiegend online. Hierbei kamen mir natürlich viele Fragen in den Sinn, die sich alle darum drehten „Wie genau machen die das bzw. wie kann das kontrolliert und gehandelt werden?“. Letztlich zeigten uns die präsentierten Zahlen der vergangenen Jahre eindrucksvoll, dass die Geschäftsleitung und die Mitarbeiter diesen breit aufgestellten Onlinehandel beherrschen und dabei äußerst anpassungsfähig sind.

Was denken Sie, wodurch sich Oskar Kinderland von anderen Unternehmen unterscheidet?

Ich glaube die Umsetzungsgeschwindigkeit von Ideen oder Produkten ist vergleichsweise hoch. Wo andere Unternehmen vielleicht im Vorfeld mehr abwägen und Schritt für Schritt vorgehen, tickt hier die Uhr im punkto Geschwindigkeit anders. Erstaunlich finde ich auch die Produkt- als auch Ideenvielfalt, was dafür spricht, dass die Mitarbeiter unvoreingenommen und offen an neue Einfälle herangehen dürfen bzw. müssen. Wo andere Unternehmer/innen vielleicht mehr mit äußeren Umständen und Rahmenbedingungen hadern, habe ich bei den Gebrüdern Westphal den Eindruck gewonnen, dass sie sich stets der jetzigen Situation stellen, nach vorne blicken und mit Erfolg und Mut ihre Unternehmensgruppe bzw. die angebotenen Produktlinien mit hoher Geschwindigkeit neu ausrichten bzw. nachjustieren. Diese mittelständische Unternehmensgruppe hat inzwischen eine beachtliche Umsatzgröße erreicht und es trotzdem verstanden, sich Flexibilität und Reaktionsgeschwindigkeit zu bewahren. Das ist für mich ein offensichtlicher Wettbewerbsvorteil und ein wesentlicher Grund für den Erfolg von Frank und Ingo Westphal.

Worauf sollten sich aus Ihrer Sicht Unternehmen konzentrieren, wenn sie in den nächsten Jahren erfolgreich am Markt dabei sein wollen?

Zunächst steht für mich eine klare und eindeutige Geschäftsstrategie am Anfang. „Was will der Unternehmer zukünftig am Markt/im Wettbewerb erreichen und wie lautet seine nachhaltige Geschäftsidee? Hier ist Konzentration auf die eigenen Stärken gefragt.

Erfolgreiche bzw. zukunftsfähige Unternehmen müssen aus meiner Sicht über eine schlanke, effiziente und klare Organisation verfügen. Und zwar unabhängig von der jeweiligen Unternehmensgröße. Standardisierung in Prozessabläufen bringt auf Dauer wichtige Kosten- und Qualitätsvorteile.

Mitarbeiter spielen auch zukünftig eine entscheidende Rolle, die über Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens entscheidet. Aus- und Weiterbildung, Qualifizierung, Mitarbeiterbindung und verantwortliche Mitbeteiligung an unternehmerischen Entscheidungen bilden die Grundlage für zukünftig erfolgreiche Unternehmen. Vor dem Hintergrund der prognostizierten demografischen Entwicklung in den meisten Regionen der Bundesrepublik Deutschland wird der Wettbewerb um fachlich versierte Mitarbeiter über den langfristigen Erfolg von Unternehmen deutlich schärfer werden. Zukunftsfähige Unternehmen stellen sich bereits jetzt durch verstärkte Ausbildung und intelligente Mitarbeitgerbindungsprogramme auf diese Herausforderung ein.

Das Führungs- und Informationssystem ist nach meiner Meinung ein weiterer „klassischer Erfolgsfaktor“ für Unternehmen. Im Zusammenspiel mit einer klaren Geschäftsstrategie, einer zweckdienlichen, effizienten Aufbau- und Ablauforganisation und einer qualifizierten und motivierten „Mannschaft“ sind der Führungsstil und die Art und Weise, wie im Unternehmen kommuniziert wird, erfolgsentscheidend. Das Informationssystem gilt dabei nicht nur nach innen – es ist auch entscheidend, wie ein Unternehmen von außen wahrgenommen wird bzw. nach außen auftritt.




 
         Impressum      Kontakt